Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.

Immanuel Kant  (1724 - 1804) , deutscher Philosoph

 


 

 

Heimatgeschichte



16.01.2018

Friedrich der Große

1712 - 1786

Am 24. Januar 2018 jährt sich zum 206. mal die Geburt des "Alten Fritz", als Prinz von Oranien, im Berliner Stadtschloß. Den Titel des Prinzen von Oranien verlor er schon ein Jahr später, 1713, als nach dem Frieden von Utrecht der Grafschaft Oran´ge für Preußen verloren ging. 1740 eroberte er Schlesien und in den Kriegen zur Verteidigung seiner Beute zeigte Preußen eine aggressive Haltung. Das Preußen sich halten konnte, verdankte es Friedrichs Beweglichkeit und Kampfstärke und seinem unbezwingbaren Genie. Der Einfluß Friedrichs des Großen auf die Kriegsführung war enorm. Für ihn ruhte sie auf vier Säulen: 

-Disziplin, damit der einzelne Soldat, wie ein Automat funktionierte,

- höchste Beachtung funktionierender Logistik,

- absoluter Vorrang der Offensive,

- Berücksichtigung der "Praktibilität" eines Befehls auf dem Schlachtfeld.

Gleichzeitig war dieser Kriegsherr aber auch ein Intellektueller, ein Musterbeispiel eines Herrschers der Aufklärung, Freund Voltairs und ein begabter Musiker.

Für Mützel war er der Gründer des "Kolonistendorfes" und erster Patron der 1767 neu entstandenen Fachwerkkirche. Weiter entstand zur gleichen Zeit die Dorfschule, die zur Bildung und Erziehung führte, damit zur frühen, überlegenen Entwicklung des preußischen Staates, bis zum aufgezwungenen I. Weltkrieg durch Großbritannien und Frankreich.

Wolfgang Ermisch

Ortschronist


                                                                                                                                                                      12.10.2017

 

Pilsudski mit Harry Graf Kessler in Genthin am 08.11.1918

 

http://bbmd45.wixseite.com/magdeburger/ein-vergessenes-ereignis

 

Vor 99 Jahren, genau am 08.11.1918, fand in der Magdeburger Zitadelle ein Ereignis von europäischer, wenn nicht gar von weltgeschichtlicher Bedeutung statt – nachzulesen in Harry Graf Kesslers (1868 – 1937) >Tagebuch<.

[Band 6].

 

Am 27.10.1918 erhielt Kessler von der schon im Umbruch befindlichen, noch kaiserlichen Regierung durch Ernst Freiherr Langwerth von Simmern (1865 – 1942), Wirklicher Legationsrat, die Information, so Kessler, dass“... Pilsudski (1867 – 1935) noch in Magdeburg sitzt. Langwert meinte, wenn Pilsudski befreit werde, sollte ich als alter Waffenkamerad hingeschickt werden – Kessler und Pilsudski lernten sich im I. Weltkrieg an der Ostfront während der Schlacht in den Karpaten vom Dezember 1914 bis März 1915 und in der Schlacht von Czartorysk vom Oktober bis Dezember 1915 [Band 5] kennen; Kessler war zu dieser zeit Verbindungsoffizier zu den Österreichern -, um ihm seine Befreiung anzuzeigen und seinen Degen zu überreichen. Ich könnte ihm dann sagen, dass ich mich ihm zur Fortsetzung unserer 1915 unterbrochenen politischen Gespräche zur Verfügung stelle, sobald er frei auf eigenem Boden sei … Hatzfeldt (Hermann, 1848-1933) meint, Pilsudski werde allmählich in Magdeburg eine größere Gefahr für uns (Deutsches Reich), als er (Pilsudski) in Warschau sein würde; er neige daher dazu, ihn zu befreien...“. So fanden am 31.10.1918 die ersten Sondierungsgespräche zwischen Kessler und Pilsudski statt, im direkten Auftrage des Reichskanzlers und des Kriegskabinetts, Kessler beschreibt sehr bildhaft die Situation Pilsudskis in der Zitadelle und sein Äußeres.

Pilsudski soll gesagt haben: „... Deutschland und Polen seinen Nachbarn. Nachbarn vertrügen sich immer schlecht; trotzdem seinen sie aufeinander angewiesen. Vielleicht wäre es besser für die Polen, wenn die Deutschen ganz vertilgt würden, oder für die deutschen, wenn die Polen ganz verschwänden. Aber Millionenvölker vernichte man nicht. Und ebenso wenig könnten sie auswandern. Deutsche und Polen seinen und blieben Nachbern. Beide brauchten nach dem Kriege lange Ruhe...“.

Aufgrund Kesslers Berichtes kam es zur Pilsudskis Entlassung aus der Internierung am 08.11.1918. Kesslers Eintragung kann man entnehmen, dass durch die ausgebrochene Novemberrevolution von 1918/1919 Chaos auch im Bahnverkehr entstanden war.

Zum 08.11.1918 kann man bei Kessler nachlesen: „...Schloßmann (1880-1945), Bewachungsoffizier von Pilsudski, kam morgens um 8 ½ um mit zu sagen, dass der Bahnverkehr mit Berlin unterbrochen sei. Ich beschloss, ein Militär-Auto zu requirieren und Pilsudski im Auto nach Berlin zu bringen. Währen Schloßmann telefonisch deshalb verhandelte, kamen Nachrichten, dass sich ein großer Demonstrationszug auf dem Breiten Weg gebildet habe, dass Offizieren die Achselstücke abgerissen und der Degen abgenommen würden. Die Arrestlokale seine gestürmt und die gefangenen befreit worden. Offenbar war es höchste Zeit, wenn ich Pilsudski überhaupt aus Magdeburg hinaus bringen wollte. Ich ging daher zum Kommandanten der Kraftfahrtruppe, dem Rittmeister van Gülpen (Daten mir unbekannt), und bat diesen, mir sofort ein Auto zur Verfügung zu stellen...,... Gülpen sollte das Auto aus der Stadt bringen und an der Berliner Chaussee jenseits der Elbe warten, während ich mit Schloßmann in die Festung ging und Pilsudski befreite. Da man als Offizier nicht mehr unbelästigt über die Straße gehen konnte, zogen Schloßmann und Gülpen sich in Zivil um; ich lieh mir von Gülpen wenigstens einen Zivilmantel und Zivilhut. In diesem Aufzuge gingen Schloßmann und ich durch Seitenstraßen zur Zitadelle. Hier war alles ruhig... Wir hielten uns nicht auf, sondern eilten über den Hof, zum Hause, in dem Pilsudski und Sosnkowski (Kasimierz, 1885-1969) interniert waren. Beide gingen zusammen im Garten auf und ab; Pilsudski in polnischer Uniform, Sosnkowski in Zivil. Ich trat auf sie zu und sagte, ich freue mich, ihnen sagen zu dürfen, dass sie frei seien. Der Reichskanzler und die Regierung hätten auf Grund des Berichtes, den ich ihnen über mein Gespräch mit Pilsudski erstattet hätte, und der darin zum Ausdruck gekommenen Gesinnung Pilsudskis, seine Freilassung beschlossen und mich beauftragt, ihm davon Mitteilung zu machen, sowie ihnund den Obersten Sosnkowski nach Berlin zu bringen, damit sie von dort noch heute Abend nach Warschau führen. Pilsudski und Sosnkowsi verbeugten sich schweigend, während ich ihnen die Hand drückte. Jetzt musste ich ihnen noch sagen, dass der Eisenbahnverkehr mit Berlin unterbrochen sei, dass es in der Stadt Demonstrationen stattfänden, wir daher zu Fuß über die Elbbrücke und bis auf die Berliner Chaussee hinausgehen müssten, wo uns ein Auto erwarte. Sie möchten das Nötigste zusammenpacken und gleich mitkommen. Schloßmann, der befürchtete, dass die Meuterer die Zitadelle stürmen könnten, mahnte zur Eile. In einer Viertelstunde hatte jeder sein Päckchen gepackt, und wir zogen, Pilsudski mit mir, Sosnkowski mit Schloßmann, zur Zitadelle hinaus, die allgemeine Neugier der herumstehenden Soldaten erregend. Pilsudski ging in seinem alten abgetragenen Soldatenmantel, eine decke über dem Arm, etwas gebeugt neben mir, nachdenklich und ernst. Er meinte, wir hätten zu lange gewartet; er kenne die Psychologie der Revolution: man müsse entweder sofort energisch unterdrücken [er macht mit der Faust eine Handbewegung] oder sofort Konzessionen machen. Jetzt sei es schon für beides zu spät. Deutschland werde schwere Zeiten durchmachen...Hinter einer Vorstadt stand Gülpen und führte uns zum Auto. Schloßmann verabschiedete sich; der Wagen wurde angekurbelt, wir fuhren los...“.

Diese Begebenheiten, werden in Schriften von Pilsudski, als auch von Sosnkowski bestätigt und sind auch in der >Frankfurter Zeitung<, Nr. 752 vom 07.10.1928 unter dem Titel „Aus den Anfängen der Novemberrevolution“ nachzulesem.

Die Fahrt ging auf der heutigen, fast identischen B1 nach Berlin mit einer Rast in Genthin, „...machten wir Halt bei einem Molkereibesitzer Ballhöfer, der auf Gülpens Weisungen ein Mittagsmahl gerüstet hatte, friedensmäßig, mit schöner reichlicher Butter, einer Milchsuppe, Fleisch, Käse, Sahne zum Kaffee. Wir saßen im Molkereigebäude im oberen Stock, Pilsudski lag glücklich in einem bequemen Rohrstuhl, Sosnkowski meinte, es sei ein Märchen, „Tischleindeckdich“. Die ländliche Opulenz und Gastfreundschaft wirkte wie der schöne Tag, entspanned...“.

                                                                                                                                                                    03.09.2017


Friedensdiktat für Deutschösterreich

 

Nachdem im Oktober 1918 Ungarn die Realunion mit Österreich aufgekündigt hatte und am 03. November der Waffenstillstand in Kraft getreten war, begannen die siegreichen Entente-Mächte, den Mittelmächten ungerechte Friedensbedingungen zu diktieren. Während Versailles für das Deutsche Reich zum Inbegriff des Friedensdiktates wurde, trafen sich Abgeordnete der Entente ab Mai 1919 mit der deutsch-österreichische Delegation im Schloss Saint Germain-en-Laye. Wichtigste Inhalte des Vertrages waren zahlreiche Gebietsabtretungen an Polen, Rumänien, Italien, CSR und das Königreich Serbien, Kroatien und Slowenien. Daneben wurde ein Anschluss an das Deutsche Reich verboten, ebenso wie die Verwendung der Selbstbezeichnung „Deutschösterreich“ für den neuen Staat. Wie im Versailler Diktat dem Reich, so wurde auch Österreich die Einführung einer Wehrpflicht verboten!

Auch wurde im Artikel 177 die Kriegsschuld Österreichs festgeschrieben.

Reparationszahlungen wurden festgesetzt, allerdings, ohne dass eine Aussage über deren Höhe getroffen wurde. Das Diktat wurde am

10. September 1919 unterzeichnet, weil sonst eine Besetzung Österreichs wie auch Deutschlands drohte.

Im Übrigen hielten die Engländer, die 1914 eingeführte Handelssperre über den Seeweg, wie gegen Deutschland bis zur Vertragsunterschrift, aufrecht, so dass noch tausende unschuldige Menschen in Österreich und Deutschland im Elend verhungerten und dadurch die Grundlage schufen, für den II. Weltkrieg.

 

Buchempfehlung: „Verborgene Geschichte“ von Gerry Docherty und Jim Macgregor


24.04.2017

Mützel / Mollberg  06.Mai 1945

Das Bild zeigt das 1926 als Landjagerhausgebaute Gebäude mit Versorgungstrakt, das bis Ende des II. Weltkrieges als Landschulheim für Magdeburger Schüler diente.

​Ende April 1945 zieht hier der Gefechtsstand des XXXVIII. Panzer-Korps der 12. Armee ein, auf dem Rückzug vor dem Ansturm der Roten Armee. Die Zeitzeugen Elsa Blücher, Waltraud Götz und Frieda Zimmermann aus Mützel berichten: "Das dort im ehemaligen Landschulheim "militärisch hohe Obrigkeiten einzog".

​Am 6. Mai 1945 früh 4.00 Uhr, zog sich der Stab des Panzerkorps unter General der Panzertruppen Reichsfreiherr von Edelsheim zurück nach Ferchland, um sich auf die amerikanischen besetzte westliche Uferzone der Elbe, vor den Russen zurückzuziehen und zu ergeben.

Bereits gegen 5.00 Uhr tauchten Reiter einer sowjetischen Aufklärungseinheit auf und setzten das Hauptgebäude in Brand.

​Die Einheimischen wurden aus den Kellern gejagt und das Familienoberhaupt, Herr Schulze, an einen Kastanienbaum gebunden und unsere Zeitzeugen bedeutete das damals: Flucht in den Wald und tagelanges Verstecken und Hungern im Waldstück gegenüber der Kageler Mühle. Nach einer Woche Angst und Hunger wagten sie sich wieder zurück ins Elternhaus und fanden am Eingang Mollbergs eine kleine sowjetische Kommandantur vor. Als die einfachen "Muschiks" ihr Quartierin in die Scheune verlegten, fanden sie wieder Platz im Elternhaus.

​Der Bürgermeister Herms, der Bauer Buchholz, Willi wurden festgenommen und in Lager bei Neubrandenburg verbracht, aus denen sie nicht wiederkehrten.

​Mehrere Leute brachten sich vor Angst vor den Russen, selber um, wie die Familie des Ortsbauernführeres und die Gastwirtsfamilie Schröder, Frau Schröder geb. Köppen.

​Im Gedenken an die Opfer des II. Weltkrieges sollten wir den gefallenene Soldaten und zivilen Opfern gedenken und alles dafür tun, das nie wieder ein Krieg ausbricht. Denn der bricht nicht so einfach aus, sondern ist laut Carl von Clauseewitz: "der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen, eben kriegerischen Mittel,"

​Wolfgang Ermisch

Ortschronist

 

Gefallene, vermißte Mützeler des II. Weltkrieges

Gefallene:    Buchholz, Wille  -  Drohmann, Gustav  -  Engelbrecht, Hermann  -  Engelbrecht, Willi  -  Fähts, Günther; Freund, Olga (Bombenopfer in Magdeburg)  -  Heitzmann, Alfred  -  Hünicke, Bruno  -  Ihloff, Otto  -  Kinnemann, Karl  -  Mosow, Heinz  -  Neumann, Helmut  -  Neumann, Willi  -  Schmidt, Gustav 

Freitod:   Böhme Georg mit Frau und zwei Kindern (Ortsbauernfüher)

​               Schröder und Frau in der Zernau (ehemalige Wirtsleute)

Verschleppt:  in Lagern und dort ums Leben gekommen

​                        Herms, Wilhelm (damaliger Bürgermeister)

​                        Buchholz, Wilhelm (Bauer)

 


10.04.2017

 

Der Schriftsteller Edlef Köppen und seine Wurzeln und Ableger

Mitte der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts wird in Groß-Mangelsdorf dem Landwirt Johann, Andreas Köppen ein Sohn namens Johann, Joachim geboren. Diesen Sohn verschlägt die Liebe zur Jungfer Friederike Luise, Götze nach Mützel und so heirateten die beiden am 03.Mai 1850 in der Mützeler Kirche. Beide arbeiteten fleißig auf der kleinen Landwirtschaft und betrieben nebenher eine Gastwirtschaft. Bald ist die Gastwirtschaft der Haupterwerb und nicht der Erbpachthof.

Unter den vielen Kindern ist am 11.11.1864 der kleine Sohn Martin, Paul, Robert geboren. Er ist ein begabter Schüler und so schicken ihn seine Eltern zum Studium nach halle. Weitere Stationen sind die Universitäten in Heidelberg und Kiel. Hier in Kiel lernt er Frl. Emma, Henriette Hosmann, die Tochter einer angesehenen Kaufsmannsfamilie kennen und lieben. Nach der Heirat in Kiel und dem Abschluß des Studiums als Mediziner, lässt sich der geborene Mützeler in Genthin als praktischer Arzt nieder.

Am 01.03.1893 wird ihnen der Sohn Joachim, Edlef Köppen die künstlerische, literarische Entwicklung nimmt, tritt der jüngere Sohn in die Fußstapfen des Vaters und führt nach erfolgreichem Studium der Medizin, die Praxis des Vaters in Genthin fort und praktiziert später in seinem neuerbauten Haus in der Bahnhostraße unweit des Hauses des Bürgermeisters.

Edlef Köppen studierte Philosophie, Germanistik und Literatur in Kiel und München.

Als 1914 der 1. Weltkrieg ausbricht, hält es Edlef Köppen nicht an der Universität, sondern er meldet sich, von der allgemeinen vaterländischen Gesinnungswelle gepackt, als Freiwilliger. Am 15. August 1914 zieht er den Waffenrock in Burg beim Altmärkischen 40. Feldartillerie-Regiment mit Begeisterung an, um seine patriotische Pflicht zu erfüllen. Nach kurzer Grundausbildung in Burg, wird er mit seinem Artillerie-Regiment nach Frankreich an die sich bildende Westfront verlegt. Die folgenden furchtbaren Erlebnisse an der Friont, vorwiegend in den Schützengräben des erstarrten Stellungskrieges, bei dem er mehrfach verwundet und auch verschüttet wurde, machten aus dem Hurrapatrioten einen Pazifisten.

Nach dem Weltkrieg engagiert er sich, zusammen mit Heinrich Mann in der "Deutschen Liga für Menschemrechte". In seinen Gedichten, Erzählungen, besonders im Roman von 1930 "Heeresbericht" und als Rundfunkleiter, Chefdramaturg bei der "Tobisfilm AG" tritt er ein für friedliches Zusammenleben der Völker und energisch gegen Krieg und seine Heroisierung.

Diese Haltung passte nicht in die Zeit der Vorbereitung eines neuen Krieges und er wurde deshalb 1933 aus dem Rundfunk entlassen.

Die Kriegverletzungen ließen ihn schwer erkranken, offiziell an Lungen- und Kehlkopf-TBC, vermutlich auch Lungenquetschung und möglicherweise an folgen von Gasvergiftungen an der Sommerfront in Frankreich.

Edlef Köppen stirbt am 21.02.1939. Sein Grab befindet sich in Wilhelmshorst bei Potsdam.

 



Berlin, März 1892

Satzung des Waffengefährten-Vereins Mützel

§1 Zweck desVereins

Der Waffengefährten-Vereins in Mützel bezweckt:

​a) Die Liebe und Treue für Kaiser und Reich, Landesfürst und Vaterland bei seinen Mitgliedern zu pflegen zu betätigen und zu stärken, sowie die Anhänglichkeiten an die Kriegs- und Soldatenzeit im Sinne kamrradschaftlicher Treue und nationaler Gesinnung aufrecht zu erhalten.

b) Feier vaterländischer Gedenktage

​c) Die Leichen verstorbener Mitglieder mit den üblichen militärischen Gebrächen nach maßgabe der Allerhöchsten Kabinetts-Ordre vom 22.Februar 1842 zur Gruft zu geleiten.

​d) Gewährung einer Beihilfe zu den Kosten der Beerdigung an die Hinterbliebenen, sowie Unterstützung der Kameraden bei unvermutet, eintretenden Unglücksfällen nach lage des Vereinsvermögens.

§2 Aufnahme - Bedingungen

​a) Mitglied des Vereins kann jeder werde, welcher im stehenden heer oder der Marine gedient hat, sich im Vollbesitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindet, uncerbrüchliche Treue gegen König und Vaterland hochhält, einen achtbaren Lebenswandel führt und in Mützel seinen Wohnsitz hat.

​b) Die Aufnahme in den Verein geschieht durch einen kurzen schriftlichen Antrag nach Formular beim Vorstande unter Beifügung der Militärpapiere. Diejenigen Kameraden, welche dem Offiziersstande angehören, werden Mitglied des Vereins auf grund ihrer schriftlichen Beitrittserklärung und sind daher einer Abstimmung nicht unterworfen.

​c) Jedes Mitglied zahlt bei Aufnahme als Eintrittsgeld 2 Mark und an laufenden Beiträgen für je 3 Monate 0,75 Mark im Voraus.

§3 Verlust der Mitgliedschaft

Aus dem Verein werden mit Verlust eines jeden Anspruches Mitglieder ausgeschlossen, welche:

​a) Sich durch ihr Verhalten mit de Zwecke des Vereins in Widerspruch setzen

​b) Durch kriegsgerichtliches Urteil aus dem Soldatenstande ausgestoßen werden, aber die bürgerlichen bürgerlichen Ehrenrechte ganz oder teilweise verlieren.

​c) Mit der Entrichtung der laufenden Beiträge länger als drei Monate über den festgesetzten Fälligkeitstermin hinaus im Rückstande blieben.

d) Nach der Rückkehr von einer Einberufung zur Fahne die Erklärung die Mitgliedschaft wieder aufnehmen zu wollen, innerhalb vier Wochen nicht abgegeben.

e) Ihren Austritt aus dem Verein freiwillig erklären. Die Ausschließung von Mitgliedern setzt der Vorstand fest - Gegen eine solche Festsetzung steht dem Betroffen die Berufung an die nächste Versammlung binnen 4 Wochen offen.

§4 Einberufung zu den Fahnen

Während der dauer der Einberufung eines Mitgliedes zur Fahne ruht die Mitgliedschaft, unbeschadet wohlerworbener Vermögensrechte.

§5 Ehrenmitglied

​Ehrenmitglieder können vom Verein ernannt werden, dieselben müssen den im §2a gestellten Anforderungen genügen, können aber außerhalb von Mützel ihren Wohnsitz haben. Die Ehrenmitglieder sind stimmberechtigt.

§6 Regelmäßige Versammlungen

​Die Versammlungen hält der Verein am Dienstag nach dem 1. eines jeden Monats mit Erledigung aller Geschäfte im Vereinslokal ab (Gastwirt und Kolonist Schröder, Hermann und Köppen, Hulda Olga)

 

​Vorstand:

​Der Vorstand besteht aus:

​Vorsitzenden nebst Stellvertreter  -   Stübing, August und Wetzel, Friedrich

​Schriftführer :   Wernicke

​Schriftführer stellv.:   Gräning

Rendant:   Liebe, Friedrich

​Kassierer:   Feuerherdt, Karl  Kolonist  Hauptstr. 51

 


"Edlef-Köppen-Tage" in der Stadt- und Kreisbibilothek Genthin vom 21.02. - 01.03.2017

Bild 1    -     Stammbaum Edlef Köppen

Bild 2    -     Familie Dr. med. Robert Köppen und Familie beim Ostereiersuchen auf dem Hof des Genthiner

                   Kaufmanns Standau

Bild 3         Gasthof von Hermann Schröder um 1900, voher Gasthof von Johann Köppen (Opa von Edlef Köppen)

Bild 4         Der Gasthof über 100 Jahre später. Aufnahme aus dem Jahr 2005



Deutsche Geschichte



24.04.2018


01.02.2018

Zehntausende Soldaten der 6. Armee erfroren in der Steppe bei Beketowka (Stalingrad) vor 75 Jahren

Fotos wie diese stammen von einer sowjetischen Kamera und lagen jahrzentelang im Archiv. Lediglich in einer kurzen Zeit in den neunziger Jahren, öffneten sich diese Dokumentensammlungen des Riesenreiches einen Spalt für Historiker, wie zum Beispiel für Alexander Jegorowitsch Epifanow. Der junge Geschichtsdozent an der Wolgograder Juristischen Hochschule veröffentlichte seinerzeit Bilder wie diese in seinen Aktenauswertungen über das Schicksal deutscher Kriegsgefangener. Besonders im Fall Stalingrad, wo vor genau 75 Jahren die letzten (Jahren die letzten) Widerstandnester in den Trümmern der Geschützfabrik "Rote Brigaden" kapitulierten und sich mit dem Fall des Kessels über 110.000 Soldaten in sowjetische Gefangenschaft gerieten, war das Verhältnis zu den wenigen Rückkehrern bis 1956 eklatant, von etwa zwanzig Soldaten sah praktisch nur einer die Heimat wieder.

Als das NKWD im April 1943 erstmals einigermaßen verläßliche Zahlen zusammenstellt, wird die Dimension des Massensterbens deutlich.

Nach dem Ende der Stalingrader Schlacht in den NKWD-Aufnahmenstellen 73.092 Gefangene gemeldet. Das völlige Fehlen von Vorkehrungen und Einrichtungen der Sowjets führte dazu, dass von den 1941/42 in Gefangenschaft geratenen 175.000 deutschen Soldaten, knapp 10% überlebten.


                                                                                                                                                                   05.12.2017

Frieden für den Osten

Vor 100 Jahren: Waffenstillstand mit den Russen

Die erste außenpolitische Maßnahme der durch die Oktoberrevolution 1917 in Rußland an die Macht gekommenen Bolschewiki unter Führung von Wladimir I. Lenin war die Auifnahme von Waffenstillstandsverhandlungen mit den Mittelmächten.

Die  russischen Streitkräfte waren in Auflösung begriffen, die Truppen der verbündeten Deutschen, Österreicher und Türken hatten weite Teile des Landes besetzt und drohten, den Vormarsch fortzusetzen. Lenin wollte die Lage konsolidieren, um seine revolutinären Forderungen - Land und Frieden - innenpoltisch sofort umzusetzen.

Nachdem am 9. Dezember 1917 die Mittelmächte bereits mit Rumänien einen Waffenstillstand unterzeichnet hatten, trat man umgehend in Verhandlungen mit den Sowjets ein.

Als Konferenzort wurde das deutschbesetzte Brest-Litowsk gewählt. Besonders der deutschen Seite ging es darum, den Zweifrontenkrieg zu beenden, um mit den dann verfügbare werdenden Kräften zur Offensive an der Westfront zu schreiten. Denn dort tobte seit Herbst 1914 ein zermürbender und kräftezehrender Stellungskrieg mit Briten und Franzosen.

Es kam zunächst zum Abschluß eines Waffenstillstandes an der gesamten Frontlinie, der am 15. Dezember 1917 in Kraft trat. Vom Finnischen Meerbusen bis zum Kaukasus schwiegen nun die Waffen. Die verbündeten Mächte rückten bis zu einer Demarkationslinie vor, die das Baltikum und die Ukraine einschloß. Diese russischen Provinzen sollten ihre Unabhängigkeit unter deutscher Oberhoheit erhalten. Außerdem benötigten besonders Deutschland und Österreich-Ungarn die landwirtschaftlich fruchtbaren Gebiete, um die Folgen der alliierten Hungerblockade zu lindern. Die Ukraine galt als Kornkammer Europas.

Während die Russen die folgenden Friedensverhandlungen in die Länge ziehen wollten, drängten die Deutschen aufs Tempo. Und am 3. März 1918 wurde - ebenfalls in Brest-Litowsk - der Friedensvertrag unterzeichnet.

Deutsche Offiziere begrüßen die sowjetische Deligation mit Trotzki auf dem Bahnhof von Brest-Litowsk


06.11.2017


 

                                                                                                                                                                11.10.2017

Mit der Proklamation eines polnischen Staates schufen Deutschland und Östereich-Ungarn am 05.11.1916 die Grundlagen für die Wiederherstellung des polnischen Staates.

Der Aufstand der Polen am 27.Dezember fügte jedoch gewaltsam den Großteil der Provinz Posen hinzu. Im Frühjahr 19119 wurde auch Ostgalizien mit Waffengewalt gewonnen.

Während die Volksabstimmung am 11. Juli 1920 in den beiden Gebieten Westpreußen und Oberschlesien ganz zu Ungunsten Polens ausfielen (über 90% für Deutschland). Anstatt dieses Ergebnis zu akzeptieren, beschlossen die Alliierten am 21.10.1921 auf Drängen Frankreichs, Ostoberschlesien und die Kohle- und Industriereviere, Polen zu überlassen. Auch Kattowitz mit 58,8 % deutschen Stimmen fielen am 15.06.1922 an Polen.

Im Jahrzehnt 1918 – 28 überfiel Polen unter Marschall Pilsudski das Deutsche Reich im Osten, Litauen, Russland und die Tschechoslowakei in einem Angriffskrieg und raubte Land und löste durch seinen Chauvenismus bei der Einschätzung seiner „Freunde“ Frankreich und England den II. Weltkrieg aus.

Danach annektierte Warschau völkerrechtswidrig die weiten Gebiete Ostdeutschlands östlich der Oder und Neiße und führte das mit einem Völkermord an den Ostdeutschen verbundene Menschheitsverbrechen der Vertreibung von mehr als 12 Millionen Menschen aus, von denen über 2 Millionen dabei ums Leben kamen.

Dennoch stellte sich Polen in der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart in grotesker Verkehrung der Wirklichkeit als Opfer des Krieges hin, rechnete sogar die Millionen deutscher Opfer zu seinen Kriegstoten, um damit deren Zahl auf rund 6 Millionen mehr als zu verdoppeln.

Trotz der von den Polen weit entgegen kommenden Verzichtspolitik deutscher Regierungen stellte und stellt Warschau immer neue Forderungen an die Bundesrepublik, ließ sich mit Milliarden DM von Bonn und Berlin unterstützen und zeigte wenig Sinn für echte Versöhnung und gutnachbarliche Beziehungen, von Entschädigung für die deutschen Vertriebenen und für den Raub seit vielen Jahrhunderten deutschen Landes, ganz zu schweigen.

Wolfgang Ermisch  >Ortschronist<

19.08.2017

                                                                                                                       08.Juni 2017

20. Ju­ni wird Ge­denk­tag für Op­fer von Flucht und

Ver­trei­bung

Bundeskabinett beschließt Einführung eines jährlichen Gedenktages ab dem Jahre 2015

Das Bundeskabinett hat am 27. August 2014 beschlossen, dass ab dem Jahre 2015 jährlich am 20. Juni der Opfer von Flucht und Vertreibung gedacht werden soll. Mit dem Datum knüpft die Bundesregierung an den Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen an und erweitert das Flüchtlingsgedenken um das Schicksal der Vertriebenen.

Flucht und Vertreibung bedeuten für die Betroffenen großes Leid. Flüchtlinge werden ermordet, vergewaltigt und seelisch verletzt, gewachsene Kulturräume zerstört. Allein 2013 waren nach Angaben der Vereinten Nationen weltweit 51,2 Millionen Menschen auf der Flucht; viele als Flüchtlinge im Ausland, der größere Teil als Vertriebene im eigenen Land.

Flucht und Vertreibung sind auch Teil der europäischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Millionen Menschen mussten im Kontext des von Deutschland ausgegangenen Zweiten Weltkrieges ihre Heimat verlassen. Die Vertreibung der europäischen Juden fand ihr grauenvolles Ende in den Vernichtungslagern. Auch Millionen Deutsche mussten schließlich aufgrund von Flucht, Vertreibung, Zwangsumsiedlung und Deportation ihre angestammte Heimat verlassen. Die historische Aufarbeitung dieser Ereignisse sowie die Erinnerung und das Gedenken an die Opfer werden von der Bundesregierung nachhaltig unterstützt.

Am "Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung" wird künftig der weltweiten Opfer von Flucht und Vertreibung und insbesondere der deutschen Vertriebenen gedacht. Hierdurch wird deutlich gemacht, dass der Wille und die Kraft zu Versöhnung und Neuanfang, der gemeinsame Aufbau und Zusammenhalt in der Gesellschaft das Fundament bilden, auf dem Deutschland heute Menschen aus 190 Nationen eine Heimat bietet.

Um als verlässliche Partner gemeinsam Frieden und Freiheit zu wahren, wird der eingeschlagene Weg der Aussöhnung mit Deutschlands europäischen Nachbarn
und der Einigung Europas fortgesetzt.

                                                                                                                         12. März 2017

Gerechtigkeit für Sudentendeutsche?

PRAG. In Tschechien schwindet die Zahl derer, die die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg für gerecht halten. 2002 waren noch 64 Prozent der Tschechen dieser Meinung, inzwischen sind es nur noch 37 Prozent. Diese Zahlen ermittelte das Prager "Zentrum für Meinungsforschung" CVVM. Allerdings waren auch nur 38 Prozent der Befragten bereit, die Vertreibung als "ungerecht" zu bezeichnen. Jedoch äußerte eine Mehrheit dieser Gruppe den Wunsch, einen Schlußstrich unter die eigene Vergangenheit zu setzen. 1945 flohen Hundertetausend Deutsche aus den sudetendeutschen Gebieten vor der anrückenden Armee, unzählige weitere wurden von den Tschechen gewaltsam vertrieben. Insgesamt mußten etwa drei Millionen Sudetendeutsche ihre Heimat verlassen, Zehntausende kamen dabei ums Leben. Die tschechoslowakische Regierung unter Edvard Benes erklärte dieses verbrecherische Vorgehen wenig später für rechtens.

Quelle: Deutsche Militärzeitschrift DMZ (Seite 29) Nr. 116  März-April 2017

 


                                                                                                                                                             13. Februar 2017

Quelle: E.E.Korkisch, ehem. Kruzianer/Kreuzchorschüler, Augenzeuge

 

 


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